Wie finde ich eine/n passenden Betreuer*in für meine Abschlussarbeit?

Sobald die Abschlussarbeit näher rückt, stellt sich auch die Frage nach dem*der richtige/n Betreuer*in. Doch wie geht man dabei eigentlich vor? Worauf sollte man achten und welche Fristen sind dabei eigentlich einzuhalten?


Zuerst das Thema finden oder den*die Betreuer*in suchen?

Vor großen Herausforderungen innerhalb eines Studiums kommt häufig die Frage auf: Wo fange ich an? Wie setzt man die Prioritäten richtig? Fängt man von vorne an oder zäumt man das Pferd von hinten auf?

Fakt ist: Beides funktioniert. So ähnlich ergeht es vielen Studierenden mit dem Thema ihrer Abschlussarbeit und deren Betreuung.  Ob Du Dich zuerst nach einem spannenden Thema umschauen oder die Betreuung deiner Arbeit abklären solltest, kannst Du anhand folgender Leitfragen entscheiden/reflektieren:

  1. Verfolgst Du mit Deiner Arbeit ein übergeordnetes Ziel? Soll Dir das Thema einen Einstieg in einen bestimmten Wirtschaftszweig ermöglichen oder die Türen öffnen für einen Job in einem bestimmten Arbeitsbereich? Strebst Du eher eine akademische Karriere an?
  2. Was hat Dich während Deiner Studienzeit begeistert und motiviert? Waren das eher inhaltliche Anreize wie spannende Vorlesungsthemen oder die Arbeitsweise im Team? Helfen Dir eine enge Zusammenarbeit, der Druck von Deadlines und engmaschige Absprachen oder arbeitest Du gerne eigenverantwortlich und selbstständig vor Dich hin?

Hast Du bereits vor, Dich in eine Richtung der Betriebswirtschaftslehre zu spezialisieren, macht es Sinn Dich in diesem Bereich zuerst nach einem Thema umzuschauen. Außerdem kann Dir unser Blogbeitrag „Wie finde ich das Thema für meine Abschlussarbeit?“ ein guter Leitfaden für die inhaltliche Wahl Deiner Abschlussarbeit sein. Für den Fall, dass Du keinen bestimmten Interessensschwerpunkt hast und eine enge Zusammenarbeit Deiner Arbeitsweise zuträglich ist, hilft es häufig, sich zuerst nach einem/r passenden Betreuer*in umzuschauen. Ein/e Betreuer*in hat häufig einen umfassenderen Literaturüberblick, kann Themenvorschläge machen oder Dir bei der Themenfindung und -eingrenzung helfen.

Was dabei wichtig ist, damit Deine Arbeit ein Erfolgserlebnis wird, wie ein erster Kontakt aufgenommen und ein erstes Gespräch zustande kommen können, liest Du in diesem Blogbeitrag.

Wann sollte ich mir einen/n Betreuer*in suchen?

Besser zu früh als zu spät. Um vernünftig planen zu können und dann auch genügend Zeit für eine persönliche Betreuung deiner Abschlussarbeit zu haben sind Betreuer*innen aufgeschlossener sehr frühzeitigen Anfragen gegenüber. Dabei ist es nicht wichtig, ob Du Dein Thema schon konkret vor Augen hast, jedoch solltest du der Forschungsrichtung des jeweiligen Lehrstuhls offen gegenüberstehen und ernsthaftes Interesse haben, in diesem Bereich zu forschen.

Blogbild 1

Wie finde ich eine/n Betreuer*in?

Informationen einholen und Recherche. Versuche Dir möglichst vielfältig Informationen einzuholen. Sprich mit anderen Studierenden deines Fachs und frage Studierende höherer Fachsemester nach ihren Erfahrungen. Habt ihr eine Fachschaftsinitiative, an die Du Dich per E-mail wenden kannst? Häufig bekommst du dadurch schon wertvolle Tipps und kannst danach einordnen, wie die Betreuung von Abschlussarbeiten am jeweiligen Lehrstuhl abläuft und wer sich viel Zeit für die Studierenden nimmt. Anschließend ist es hilfreich auf den Websites der verschiedenen Lehrstühle zu recherchieren, welche Forschungsschwerpunkte die Lehrenden verfolgen. Hast Du noch keine konkrete Idee für ein Thema, bekommst Du auf diese Weise ein Gefühl für die inhaltlichen Bereiche, die für Dich in Frage kommen.

Bisherige Lehrveranstaltungen. Hat Dir ein Seminar während des Studiums besonders viel Spaß gemacht, weil der*die Dozentin die Inhalte gut aufbereitet und abwechslungsreich gestaltet hat? Oder hat Dich eine Vorlesung nachhaltig beeindruckt, weil die Begeisterung des Lehrenden für seinen Fachbereich Dich mitgenommen hat? Hattest du im Zuge von Hausarbeiten, Vorträgen oder anderen Studienleistungen schon einmal Kontakt mit einem/r Dozenten*Dozentin? Hat die Kommunikation mit ihm*ihr gut funktioniert?
Mithilfe dieser Leitfragen kannst Du Dir überlegen, wen du gerne ansprechen würdest.

Checkliste: Bevor Du deinen Betreuer kontaktierst, solltest Du…

… Dich über das Forschungsgebiet der Person informiert haben

… grob die Forschungsliteratur überflogen haben

… selbst überlegt haben, was dich besonders interessiert

… einen ungefähren Zeitplan haben, wann Du die Arbeit schreiben möchtest

… eine ungefähre Vorstellung haben, was Du untersuchen oder herausfinden möchtest

Wie nehme ich Kontakt auf? Was braucht es für ein erstes Gespräch? Wie kann ich den*die Betreuer*in von mir überzeugen?


Am einfachsten ist ein Erstkontakt mit einem/r Dozenten*Dozentin über ein persönliches Gespräch am Ende einer Lehrveranstaltung. Darin kannst Du erstes Interesse am Forschungsfeld zeigen und erfahren, ob der Lehrstuhl noch über freie Kapazitäten für Abschlussarbeiten verfügt. Auch für den weiteren Emailkontakt kann es hilfreich sein auf einen kurzen persönlichen Wortwechsel zurückgreifen zu können. Sollte sich eine Gelegenheit dafür jedoch nicht ergeben, so ist eine erste Kontaktaufnahme im Rahmen einer Sprechstunde ebenfalls eine gute Möglichkeit. Auf der Website des Lehrstuhls findest Du in der Regel die Sprechzeiten aller Lehrenden. Häufig ist auch hier eine kurze Anmeldung per E-Mail erwünscht. Damit Du von einem/r Dozent*in ernst genommen wirst, solltest Du bei dem E-Mail-Kontakt mit deinem/r Betreuer*in auf eine formelle Anrede, präzise Formulierungen und die korrekte Verwendung von Grammatik- und Rechtschreibregeln achten. Außerdem regelmäßig dein E-Mail-Postfach checken, um zeitnah und zuverlässig antworten zu können.

Was ist für das erste Gespräch wichtig?

Betreuer finden es super, wenn Du bereits mit einigen Überlegungen, Fragen und potenziellen Themen, sowie einer ersten groben Gliederung in die erste Sprechstunde kommst und ungefähr weißt, in welchem Zeitraum Du Deine Abschlussarbeit schreiben möchtest. Auch solltest Du schon ein paar Aufsätze und Artikel über das Thema gelesen haben, damit Du einen groben Überblick über den thematischen Bereich hast. Aber keine Sorge, häufig ist es dem Betreuenden lieber, wenn noch nicht alle Ideen gradlinig auf ein Ziel ausgerichtet sind, sondern verschiedene Ansätze zur Auswahl stehen. Es können Nachfragen zur Richtung der Forschungsfrage, zum aktuellen Forschungsstand des Bereichs, zu deinen Vorstellungen über die Methode und zum Exposé auf Dich zukommen.

Tipp: Mach dir unbedingt ausführliche Notizen bei jedem Gespräch mit deiner/m Betreuer*in. Es ist sehr ärgerlich, wenn sich dein/e Betreuer*in  Zeit für Dich genommen hat und dann einige Tage später Nachfragen per E-mail kommen, die man im Gespräch eigentlich schon geklärt hatte.

Blogbild2

Was macht eine/n gute/n Betreuer*in aus?

Ein/e Betreuer*in hat im Entstehungsprozess Deiner Bachelor- oder Masterarbeit mehrere Funktionen. Er*Sie fördert Dich nicht nur durch fachliche Expertise, sondern berät und unterstützt dich im Schreibprozess. Dabei ist es wichtig, dass von beiden Seiten offen, klar und regelmäßig kommuniziert wird. Zudem sollte von Anfang an deutlich werden, was von der fertigen Thesis von Seiten des*der Dozenten*Dozentin erwartet wird. Worauf wird ganz besonders Wert gelegt? Ein wichtiges Beispiel hierfür ist die Zitierweise. Wenn direkt zu Beginn darüber gesprochen wird auf welche Art und Weise der*die Betreuer*in Zitationen gekennzeichnet haben will, erspart das sehr viel Zeit und Nerven in der Überarbeitungsphase. Solltest Du noch keine Gelegenheit gefunden haben, die Zitierweise mit deinem/r Betreuer*in abzuklären kannst Du Dich an unserem Blogbeitrag Wie zitiere ich richtig? orientieren.
Neben fachlicher Beratung, Unterstützung, Motivation und einem angemessenen Erwartungsmanagement ist ein letztes entscheidendes Kriterium, ob der*diejenige neben den eigenen Forschungs- und Lehrtätigkeiten genug Zeit für Dich und die Betreuung Deiner Abschlussarbeit hat.

Was ist, wenn ich mich beim ersten Kennenlern-Gespräch nicht wohlfühle?

Sei nicht zu scheu nochmal weiterzusuchen und den*die Betreuer*in zu wechseln, wenn du dich nicht wohl fühlst. Doch bevor Du Dir jemand Neuen suchst, versuche zu reflektieren, warum die Zusammenarbeit für Dich nicht gepasst hat. Warst Du inhaltlich gut auf das Gespräch vorbereitet? Sind die Erwartungen Deines/r Betreuers*in an Deine Thesis inkongruent? Ist eine persönliche Passung vorhanden?  Der Schreibprozess einer Abschlussarbeit zieht sich über Monate, da ist gegenseitige Sympathie eine gute Grundlage für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Gleiches gilt für den Fall, dass der*die potentielle Betreuer*in das erste Gespräch nur schnell abhakt und sich kaum Zeit dafür nimmt. Denn ein/e gute/r Betreuer*in sollte regelmäßig für Gespräche zur Verfügung stehen, sich Zeit für die Betreuung nehmen und für die Studierenden erreichbar sein.