JUMS trifft … Nicolas Wüthrich

JUMS trifft … Nicolas Wüthrich

JUMS veröffentlicht nicht nur – es recherchiert auch.

Es ist der Anspruch von JUMS, neben den Abschlussarbeiten auch Hintergrundinformationen und interessante Fakten zu präsentieren. Dazu gehört natürlich auch, sich mit den veröffentlichten Autoren näher zu beschäftigen.

Heute steht die Person hinter der Bachelorarbeit ‚Inkommensurabilität – Implikationen für die evolutionäre Organisationstheorie unter begriffstheoretischer und epistemologischer Perspektive‘ im Fokus: Nicolas Wüthrich, von der Universität Zürich.

Steckbrief: Nicolas Wüthrich

Titel der Arbeit:
Inkommensurabilität – Implikationen für die evolutionäre Organisationstheorie unter begriffstheoretischer und epistemologischer Perspektive

Art der Arbeit, Hochschule:
Bachelorarbeit, Universität Zürich

Aktuelle Tätigkeiten:
Partner Swiss Brand Experts AG, Zürich
(markenbasierte Strategie-, Unternehmens- und Standortentwicklung)

PhD Kandidat in Philosophie an der London School of Economics and Political Science (LSE)

JUMS-Ausgabe:
Junior Management Science 1 (2016), 188-215

Artikel-Seite:
https://jums.academy/inkommensurabilitaet-wuethrich/

Interview

JUMS: Lieber Herr Wüthrich, beginnen wir einmal bei den Basics: Was sind für Sie die drei wichtigsten Aspekte bei der Erstellung einer Abschlussarbeit?

 

Nicolas Wüthrich: Ich glaube, eine Arbeit sollte erstens zu einem Thema verfasst werden, welches einen wirklich interessiert, vielleicht sogar fesselt. Dann fällt auch Recherche, Analyse und Erstellung deutlich einfacher. Zweitens denke ich, dass man sich bei Abschlussarbeiten primär auf die Struktur fokussieren sollte – etwas, was ich auch im Rahmen meiner Korrekturarbeiten von Essays an der London School of Economics immer wieder merke. Schließlich habe ich es immer als hilfreich empfunden, von Beginn an einen Zeitplan zu verfolgen.

 

JUMS: Welche Ziele verfolgt eine Abschlussarbeit im besten Fall beziehungsweise sollte sie idealiter erfüllen?

 

Nicolas Wüthrich: Meines Erachtens sollte eine Abschlussarbeit zwei Ziele verfolgen. Zum einen sollte man durch ihre Erstellung mit den akademischen Standards vertraut werden und dadurch spüren, inwiefern einen diese Forschungstätigkeit reizt. Zum anderen – und wesentlicher – kann eine solche Arbeit Themenfelder eröffnen, die für einen Berufseinstieg relevant sein können. Manchmal spielen diese zwei Aspekte auch zusammen. So hat meine im JUMS abgedruckte Arbeit beispielsweise mein Interesse an der Akademie wie auch an der analytischen Beratungstätigkeit geweckt. Ich konnte die in der Arbeit gemachten Erfahrungen auch gut bei der Erstellung unserer jüngsten Buchpublikation „Marken für Menschen“ mit meinem Geschäftspartner Thomas Harder bei Swiss Brand Experts nutzen.

 

JUMS: Lassen Sie uns den Fokus auf Ihre Abschlussarbeit legen: Welche Probleme konnten Sie in Ihrer Abschlussarbeit lösen?

 

Nicolas Wüthrich: Keines. Im Ernst. Meine Arbeit bestand darin, für eine bestimmte Organisationstheorie ein Grundlagenproblem aufzuzeigen. Ich habe in der Arbeit meinen Philosophie-Hintergrund genutzt, um das Problem der Inkommensurabilität – kurzgefasst, der Unvergleichbarkeit von unterschiedlichen Perspektiven – für das Nachdenken über Organisationen darzulegen. Meines Erachtens ein interessantes Problem, dem man auch im unternehmerischen Alltag oft begegnet, in dem unterschiedliche Personen ein Problem aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten.

 

JUMS: Decken sich diese genannten Punkte mit Ihrer ursprünglichen Intention bei der Erstellung Ihrer Arbeit und Vorstellungen von Ihrer Arbeit?

 

Nicolas Wüthrich: Dieser eben genannte Punkt deckte sich mit meiner Vorstellung bei der Erstellung der Arbeit. Ich muss aber sagen, dass ich sehr lange ein passendes Thema gesucht habe. Eine weitere Einsicht, die ich beim Erstellen solcher Arbeiten wesentlich finde: es lohnt sich am Anfang sehr genau darüber nachzudenken, welche Frage man eigentlich beantworten möchte.

 

JUMS: Wo wir gerade schon unseren Blick auf die Zukunft richten: Erwägen Sie eine Einreichung Ihrer Masterarbeit?

 

Nicolas Wüthrich: Ich habe in der Zwischenzeit bereits eine Masterarbeit an der Universität Zürich und eine an der London School of Economics finalisiert. Beide Arbeiten fließen – auf unterschiedliche Weise – in mein momentanes Dissertationsprojekt ein.

 

JUMS: Worin lag Ihre persönliche Motivation für eine Einreichung bei JUMS begründet?

 

Nicolas Wüthrich: Wie Sie meinem Steckbrief entnehmen können, habe ich mich für weitere akademische Schritte in der Philosophie entschieden. Dementsprechend habe ich mich von Management Sciences und Organizational Studies wegbewegt. Die Einreichung bei JUMS eröffnete die tolle Möglichkeit, dass ein paar Personen meine Gedanken in diesem Bereich wahrnehmen.

 

JUMS: Können Sie sich vorstellen, dass mit einer Nennung von JUMS im Lebenslauf Vorteile in eventuellen Bewerbungsprozessen einhergehen können?

 

Nicolas Wüthrich: Eine lange Publikationsliste ist in der Akademie sicherlich von Vorteil. Da das JUMS aber auch einen Praxisfokus aufweist, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass eine Nennung im Lebenslauf auch für Karrierepfade außerhalb der Akademie interessant sein kann.

 

JUMS: Werden wir nun sehr konkret: Warum sollte man seine Abschlussarbeit bei JUMS einreichen?

 

Nicolas Wüthrich: Wie schon erwähnt denke ich, dass eine Publikation im JUMS der Abschlussarbeit zu einer interessanten Leserschaft verhelfen kann. Zudem bietet eine Veröffentlichung eine hilfreiche Erfahrung im Umgang mit dem akademischen Publikationsprozess, der durchaus ja seine Eigenheiten hat. Schließlich bietet es die Gelegenheit, die eigene Arbeit noch in einem etwas anderen Kontext wahrzunehmen – nicht nur unter Deadline-Druck, sondern im Kontext anderer Publikationen und mit dem Quantum Stolz, das eine solche Publikationen mit sich bringt.

 

JUMS: Wir sind stets an Offenheit, dem direkten Austausch und auch an konstruktiver Kritik interessiert. In diesem Sinne: Was kann JUMS, Ihrer Meinung nach, in Zukunft besser machen?

 

Nicolas Wüthrich: JUMS ist ja gerade mit der ersten Ausgabe gestartet. Hier schon viele Verbesserungsvorschläge anzubringen, scheint mir etwas vermessen zu sein. Als Gedankenanstoß könnte ich mir vorstellen, in der Zukunft nur englische Abschlussarbeiten zu publizieren – und ich sage dies im vollen Bewusstsein, dass meine Arbeit auf Deutsch verfasst ist. Der Fokus auf englische Publikationen könnte die internationale Reichweite von JUMS steigern.

 

JUMS: Lassen Sie uns dieses Interview etwas unkonventioneller ausklingen, indem Sie den folgenden Satz vervollständigen: JUMS bedeutet für mich …

 

Nicolas Wüthrich: …eine tolle Chance, mit dem akademischen Feld Management Science im Kontakt zu bleiben und dieses auch in meiner Beratungstätigkeit zu nutzen.

 

JUMS: Vielen Dank, Herr Wüthrich, für Ihre Bereitschaft und Offenheit bei der Beantwortung der Interviewfragen. Wir wünschen Ihnen für Ihren beruflichen Werdegang nur das Beste.

2017-07-04T09:30:35+00:00