Fachbereich Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Die aktuelle Änderung der umsatzsteuerrechtlichen Behandlung wirtschaftlicher Tätigkeiten von juristischen Personen des öffentlichen Rechts

Felix Frauendorf, Universität Siegen (Masterarbeit)
Junior Management Science 5(1), 2020, 118-147

Der § 2b UStG setzt für die juristischen Personen des öffentlichen Rechts die Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie in deutsches Recht um und löste die alte systemwidrige Rechtslage des §2 Abs. 3 UStGab. Die juristischen Personen des öffentlichen Rechts müssen daher bei jeder Leistung prüfen, ob sich der Umfang ihrer Umsatzbesteuerung geändert hat bzw. ändern wird unter dem Gesichtspunkt der Wettbewerbsverzerrung. Die Arbeit untersucht daher, welche Änderung der § 2b UStG auf die umsatzsteuerliche Behandlung von wirtschaftlichen Tätigkeiten von juristischen Personen des öffentlichen Rechts hat und wie sich diese auswirken. Die Arbeit stellt die Grundzüge der Umsatzbesteuerung, die Umsatzbesteuerung nach alter und nach neuer Rechtslage da. Abschließend wird der Umstellungsprozess zur neuen Rechtslage dargestellt. Als Ergebnis kann festgestellt werden, dass die unternehmerische Betätigung von juristischen Personen des öffentlichen Rechts sich vergrößern wird, da jede einzelne Leistung untersucht werden muss. Hierdurch kann es sowohl zu Fehleinschätzung bei der Leistungszuordnung kommen,was zu einer falschen Umsatzsteuerdeklaration führt. Auf der anderen Seite kann das Volumen des Vorsteuerabzuges sich erhöhen. Es bleibt abzuwarten, ob der § 2b UStG europarechtskonform ist.

Keywords: Umsatzbesteuerung; juristische Person des öffentlichen Rechts; § 2b UstG; Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie; Umstellungskonzept.

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Grunderwerbsteuerliche Konsequenzen der Umstrukturierung von Konzernen

Daniel Martin Teichmann, Heinrich-Heine Universität Düsseldorf (Bachelorarbeit)
Junior Management Science 4(4), 2019, 635-655

Die erfolgreiche Realisierung einer konzerninternen Umstrukturierung wird durch die GrESt gefährdet, sobald eine Grundstücksübertragung oder ein share deal beabsichtigt wird. Der steuerlichen Belastung steht kein Mittelzufluss gegenüber, weshalb das Vorhaben an der Leistungsfähigkeit scheitern kann. In Anbetracht dessen untersucht diese Arbeit, ob eine grunderwerbsteuerliche Optimierung möglich ist. Im Fokus stehen inländische Kapitalgesellschaftskonzerne und Restrukturierungen, die den Eigentumsübergang an Grundstücken sowie Anteilen von grundbesitzenden Gesellschaften vorsehen. Zu Beginn erfolgt eine Systematisierung relevanter Erwerbs-/Umwandlungsvorgänge, an die sich eine Analyse ihrer grunderwerbsteuerlichen Konsequenzen anschließt. Die Erkenntnisse münden in einen detaillierten Maßnahmenvergleich. Als Ergebnis steht der Appell eine Auslösung von GrESt zu vermeiden. Verhindern die Restrukturierungsziele eine Umgehung, besteht Optimierungsbedarf. Hierfür eignet sich ein share deal, da ein kluges Beteiligungsmanagement bereits die Steuerbegründung ausschließt (§ 1 III GrEStG). Weniger Gestaltungspotenzial eröffnet die Bemessungsgrundlage, da sie häufig dem starren Grundbesitzwert entspricht (§ 8 II GrEStG). Attraktiver erscheint § 6a GrEStG, der konzerninterne Umstrukturierungen steuerfrei stellt. Eine effektive Ausschöpfung erfordert jedoch die planungsintensive Beachtung des diffizilen Tatbestandes (95% Beteiligung, Vor-/Nachbehaltensfrist) und komplexer Ländererlasse.

Keywords: Grunderwerbsteuer; Kapitalgesellschaft; Konzern; share deal; Umstrukturierung.

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The Tax System and Corporate Payout Policies

Nicholas Herold, WHU – Otto Beisheim School of Management (Bachelorarbeit)
Junior Management Science 4(1), 2019, 63-80

In this thesis, I examine how corporate taxes, dividend taxes, personal income taxes, and consumption taxes affect corporate
payout behaviour. Using rich international panel data that consist of 40,609 firms across 115 countries from 1999 to 2013,
I run linear regressions of each of the four tax rates on three payout variables which measure frequency and magnitude of
regular cash dividends distributed by firms. In my baseline model, I find that the predictions of the new view – one of the
two views in neoclassical theory – on short-run payout responses only partially hold true. Inconsistent with initial hypotheses, corporate taxes on average do not impact a firm’s dividend payout behaviour in the short run. Regarding dividend taxes, my results show that the hypothesised dividend tax neutrality only holds true for the relative amount of dividends but not for a firm’s likelihood to distribute, increase, and initiate dividends. Consistent with initial hypotheses, personal income taxes and consumption taxes trigger mostly large payout responses in terms of frequency and magnitude of dividend payouts. In my two model extensions, in which I focus on payout behaviour of cash-rich firms and employ a more flexible definition of the time horizon characterising short-run payout, my findings are again only partially in line with predictions of the new view on short-run payout responses. With these results, this thesis not only analyses well-investigated tax rates – corporate taxes and dividend taxes – for which current literature shows mixed empirical evidence but also examines hitherto scarcely considered tax rates – personal income taxes and consumption taxes – in the neoclassical framework and determines their impact on corporate payout.

Keywords: corporate payout; corporate tax; dividend tax; personal income tax; consumption tax.

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Personal Taxes and Corporate Investment

Frédéric Herold, WHU – Otto Beisheim School of Management (Bachelorarbeit)
Junior Management Science 4(1), 2019, 81-100

In this thesis, I present empirical evidence on the effect of personal taxes on firm-level investment. Exploiting a cross-country panel that consists of 40,608 firms from a total of 115 countries in the period 1999-2013, I employ a linear regression model in which I regress five different definitions of the personal tax wedge against capital investment of firms. I find that the average investment response of firms strongly depends on the definition of the personal tax wedge. My baseline regression
reveals that, if the pure personal tax rate increases, firms on average show a positive capital investment response. That is, if firms cannot shift the economic burden of personal taxes to other stakeholders, an increase in personal taxes, ceteris paribus, increases the factor price of labour and thus exerts higher pressure on corporate profits. Profit-maximising firms therefore counteract this pressure by (partially) substituting the more expensive input factor labour by capital, increasing their capital investment. This effect, however, does not hold true for alternative definitions of the personal tax wedge that additionally include social security contributions. Likewise, I obtain mixed results when testing for cross-sectional variation in capital investment responses arising from differences in relative market power, the ability to substitute input factors, and financial constraints. In this context, my thesis provides empirical evidence on the effect of personal taxes on investment behaviour at the firm level and thus adds to current literature, which mainly considers the effect of personal taxes on aggregate investment, economic growth, and total factor productivity.

Keywords: investment; personal tax; tax wedge.

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Besteuerung unternehmensverbundener Stiftungen

Iris Krampe, Westfälische Hochschule Gelsenkirchen (Bachelorarbeit)
Junior Management Science 3(3), 2018, 55-73

4,3 Mrd. Euro jährliche Stiftungsausgaben für Satzungszwecke. Das entspricht der Höhe des Risikokapitals, das 2017 in Start-Ups in Deutschland investiert wurde.“, tituliert der Bundesverband deutscher Stiftungen. Das zeigt die eindrucksvolle Dimension der Stiftungslandschaft in Deutschland. Die Motivation zur Gründung einer Stiftung kann vielfältige Facetten haben. Meist ist nicht eine einzelne Zielsetzung ausschlaggebend eine Stiftung ins Leben zu rufen. Unternehmensverbundene Stiftungen zeichnen sich dadurch aus, dass ein (enger) Bezug zu einem Unternehmen besteht. So haben einige Unternehmer durch eine Stiftung die Möglichkeit geschaffen, ihr Lebenswerk auf Dauer zu erhalten. Zu den wohl bekanntesten unternehmensverbundenen Stiftungen zählen beispielsweise die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Fritz Thyssen Stiftung oder die Robert Bosch Stiftung. Bei Gründung einer rechtsfähigen Stiftung ergeben sich für den Stifter Gestaltungsspielräume beim Stiftungszweck, Stiftungsvermögen und bei der Stiftungsorganisation. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt in der Analyse der Besteuerung der Stiftungen. Es wird dargelegt, inwiefern die Stiftung bei Errichtung, während des Bestehens und bei Auflösung besteuert wird. Zudem liegt der Fokus dieser Arbeit auf den möglichen Steuerbegünstigungen und den notwendigen Voraussetzungen hierfür, da 95 % aller Stiftungen gemeinnützige Zwecke verfolgen. Zuletzt kommt als besondere Gestaltungsform für Unternehmer die Kombination einer privatnützigen Familienstiftung mit einer gemeinnützigen Stiftung zur sogenannten Doppelstiftung in Betracht.

Keywords: Unternehmensstiftung, Unternehmensnachfolge, Gemeinnützigkeit,
Steuerbegünstigungen

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Effects of fiscal R&D incentives on R&D expenditure

Anna Theresa Bührle, Universität Mannheim (Masterarbeit)
Junior Management Science 3(2), 2018, 57-79

Special tax incentives aiming to foster research and development (R&D) investment are widely spread among the members of the Organisation for Economic Co-operation and Development (OCED). I investigate the effect such tax incentives have on business R&D investment. Fiscal R&D incentives can be categorized as input-oriented tax incentives such as tax credits, super deductions and accelerated depreciation, and as output-oriented incentives such as patent box regimes. In the first part of my thesis I provide an overview over the methodology of the B-Index, a measure for the generosity of input-oriented tax incentives. Calculations of the B-Index for 33 OECD-countries and China from 1991 to 2014 show an overall trend towards an increase in the generosity of input-oriented fiscal R&D incentives. In the second part of my thesis, I create a panel with country-level data on business R&D investment provided by the OECD. I test reactions to changes in R&D tax incentives and find a positive effect of input-oriented R&D tax incentives, but no significant impact of output-oriented R&D tax incentives. A more detailed analysis on the industry-level shows that the results are driven by effects on business R&D investment in the manufacturing and services sector.

Keywords: R&D, tax incentives, B-Index, taxation, OECD

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Measuring Corporate Tax Avoidance – An Analysis of Different Measures

Markus Sebastian Gebhart, Ludwig-Maximilians-Universität München (Bachelorarbeit)
Junior Management Science 2(2), 2017, 43-60

This study (1) gives an overview of and analyzes the different existing measures of tax avoidance in the empirical tax research literature and (2) aims at answering the question of how closely related they are in measuring corporate tax avoidance. Starting with a theoretical comparison of different Effective Tax Rate based measures, Book-Tax-Differences based measures, the measure developed by citet{henry2014data}, Tax Shelter Scores, and Unrecognized Tax Benefits an empirical comparison of the first three mentioned measures is conducted. The purely descriptive analysis reveals that although there are differences between the single measures and those differences persist over time, especially annual proxies exhibit considerable correlation, which increases with similarity in computation and inputs used. A comparison of annual with long-run measures implies that the reliability of annual measures in depicting long-run tax avoidance is not sufficiently high.

Keywords: tax avoidance, tax sheltering, Effective Tax Rate, Book-Tax-Difference

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Der Einfluss von CEO Duality auf die Bewertung von Schweizer Unternehmen

Raphael Uster, Universität Zürich (Bachelorarbeit)
Junior Management Science 2(2), 2017, 61-83

Die Gestaltung der obersten Führungsstruktur stellt börsenkotierte Unternehmen vielfach vor grosse Herausforderungen. Die Wahl zwischen einer Personalunion von CEO und Verwaltungsratspräsident – oft als CEO Duality oder Doppelmandat bezeichnet – oder einer getrennten Doppelspitze führt regelmässig zu starken Reaktionen von Investoren, Politikern und Wirtschaftsverbänden. Die bisherige Forschung liefert für den Zusammenhang von CEO Duality und der Bewertung der Unternehmen am Kapitalmarkt sowohl international als auch in der Schweiz inkonsistente Ergebnisse. Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von CEO Duality auf die Bewertung von 194 Schweizer Unternehmen aus dem Swiss Performance Index für die Jahre 2000 bis 2015. Zur Überprüfung werden zwei gegensätzliche Hypothesen aufgestellt, die auf den beiden vorherrschenden Denkschulen, Agency Theory und Stewardship Theory, basieren. Ein handgesammelter Paneldatensatz erlaubt es, multiple Regressionsanalysen im Rahmen einer Panelanalyse durchzuführen. Es resultiert ein statistisch signifikant negativer Zusammenhang zwischen CEO Duality und Tobin’s Q, der verwendeten Kennzahl für die Unternehmensbewertung. Unternehmen mit einem Doppelmandat haben einen um 0.1959 tieferen Tobin’s Q als Unternehmen mit einer Doppelspitze. Dieses Resultat ergibt eine gewisse Evidenz für die Hypothese der Agency Theory, die eine Trennung der beiden Funktionen vorsieht. Die Ergebnisse dieser Arbeit bestätigen somit die Richtung, die der Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance mit der Präferenz für die Trennung der beiden Funktionen verfolgt. Gleichzeitig wird ersichtlich, dass ein striktes Verbot von CEO Duality die Schweizer Unternehmen unnötig einschränken würde und nicht optimal sein kann. Somit kann die momentane Regulierungsgrundlage als vernünftig beurteilt werden.

Keywords: CEO Duality, Corporate Governance, Chief Executive Officer, Personalunion, Unternehmensbewertung

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