How to: Abschlussarbeit –

wie schreibe ich eine wissenschaftliche Arbeit?

Viele Seminare, Vorlesungen und Klausuren sind geschafft. Du hast viel gelernt und stehst nun vor der größten Aufgabe Deines Studiums: Die Abschlussarbeit. Ein Projekt, das im Vorhinein durchaus einschüchternd sein kann. Schließlich gibt es viel zu beachten!

Ein guter Überblick darüber, welche Schritte beim Verfassen einer Abschlussarbeit zu berücksichtigen sind und wie man am besten nicht nur hart, sondern vor allem smart arbeitet, ist also die halbe Miete, wenn es darum geht, eine sehr gute Bachelor- oder Masterarbeit zu schreiben. In diesem Artikel haben wir Dir alle Informationen und Tipps zusammengestellt, die Du brauchst, damit Deine Abschlussarbeit nicht nur ein voller Erfolg wird, sondern in der Erarbeitung bestenfalls auch Spaß macht.

Wie schreibe ich eine Abschlussarbeit?


Die Phasen einer Abschlussarbeit

Doch wo fange ich an?

Das ist wohl eine der schwierigsten Fragen, die sich jede:r Student:in stellt, wenn das Großprojekt Abschlussarbeit ansteht. Um diese Frage zu beantworten, ist es notwendig, erstmal ein Bewusstsein darüber zu erlangen, welche Arbeitsschritte bevorstehen, wie viel Zeit für diese veranschlagt werden sollte und welche Formalkriterien zu erfüllen sind. Formalia wie der Bearbeitungszeitraum, der erwünschte Umfang der Arbeit oder die methodischen Anforderungen an die Abschlussarbeit (z.B., wenn eine empirische Komponente gefragt ist) setzen die Rahmenbedingungen für den Zeitplan, der vor der Erarbeitung der Bachelor- oder Masterarbeit angesetzt wird. Anhand dieser recht groben Rahmenbedingungen ist es dann ratsam, einen Überblick über die sieben bis acht Phasen des Projektes Abschlussarbeit zu gewinnen. Diese gliedern sich in folgende Phasen auf:

  1. Planungsphase

Die Planungsphase ist die Phase, in der Du Dich befindest, wenn Du Dir Gedanken über die anderen Phasen machst und Dich mit Formalkriterien der anstehenden Abschlussarbeit befasst. Zu der Planung gehören neben der Themenfindung und der Festlegung einer Betreuungsperson – das können Dozent*innen und Professor*innen sein (siehe je unten) – vor allem die Anmeldung der Abschlussarbeit beim Prüfungsamt. Mit der Anmeldung fällt der Startschuss für den Bearbeitungszeitraum.

  1. Vorbereitungsphase

Die Vorbereitungsphase markiert den Beginn des Bearbeitungszeitraums. Hier widmest Du Dich der breiten Erkundung des gewählten Themenkomplexes: Der aktuelle Forschungsstand wird ermittelt, die grundständige und spezifischere Literatur wird systematisch durchgearbeitet und exzerpiert. Weiterhin werden gegebenenfalls Datenerhebungen, Umfragen, Interviews, Experimente etc. vorbereitet. Die Vorbereitungsphase ist deswegen so zentral für Deine Bachelor- oder Masterarbeit, weil der Reichtum und die Präzision Deiner Recherchen den soliden Grundstein für die inhaltliche Güte Deiner Arbeit legen. Sie ermöglicht Dir auch, eine erste grobe Gliederung zu entwerfen.

  1. (Datenerhebungsphase)

Falls Deine Abschlussarbeit eine empirische Komponente beinhaltet, ist die Datenerhebungsphase für Dich genauso bedeutend wie die Vorbereitungsphase. Denn nun ist es an der Zeit, empirische Erkenntnisse zu erlangen, deren Ermittlung Du in der Vorbereitungsphase, nun ja, vorbereitet hast. Die Datenerhebungsphase ist das empirische Pendant zur Literaturrecherche. Hier erlangst Du neue Erkenntnisse, die Du in die Argumentation Deiner Abschlussarbeit einfließen lassen wirst. Die Datenerhebungsphase muss nicht zwingend nach der Vorbereitungs- und vor der Sortierphase stattfinden: Phasen können sich aus praktischen Gründen auch überschneiden, dies ist von Deiner Fragestellung und Vorgehensweise abhängig. Empfehlenswert ist aber, die Vorbereitungsphase zu nutzen, um ein genaueres Verständnis für die theoretischen Grundlagen der folgenden empirischen Untersuchungen zu erlangen und um herauszufinden, welche empirischen Fragestellungen für den gewählten Themenkomplex der Abschlussarbeit am relevantesten sind. Gleichermaßen ist es ratsam, die Datenerhebungsphase nicht am Ende oder gar ganz nach der Sortierphase anzusetzen, da Deine Untersuchungen den Aufbau und die Argumentationsweise Deiner Bachelor- oder Masterarbeit durchaus noch einmal verändern können. Indem Du die Datenerhebung also frühzeitig vornimmst, ersparst Du Dir, die Sortierphase potenziell zweimal durchlaufen zu müssen.

 

  1. Sortierphase

Die Sortierphase ist bereits eine erste Möglichkeit für Dich, über Deine in der Vorbereitungsphase (und Datenerhebungsphase) gewonnenen Erkenntnisse zu reflektieren. Es ist an der Zeit, wieder das Big Picture des Abschlussarbeitsthemas zu betrachten und einen Überblick über die studierte Literatur und über die experimentellen Grundlagen zu gewinnen. Welche Literatur ist allgemein relevant, welche Studien sind spezifischer oder vielleicht auch zu spezifisch? Wie können die einzelnen gewonnenen Erkenntnisse verknüpft werden? Gibt es noch Lücken, die zur vollständigen Beantwortung der Themenstellung noch geschlossen werden müssen? All diese Überlegungen sollen in der Sortierphase schließlich im Erstellen einer detaillierten Gliederung münden, die sich im Vergleich zu der in der Vorbereitungsphase erstellten, vorläufigen, gröberen Gliederung auch durchaus noch einmal entsprechend der Literaturrecherche ändern kann.

  1. Schreibphase

Die Schreibphase ist die Phase, an die wohl jede*r zuerst denkt, wenn das Wort Abschlussarbeit fällt. Ohne das Schreiben keine Abschlussarbeit. Wider Erwarten ist die Schreibphase aber nicht zwingend der anstrengendste und schwierigste Teil des Projektes Abschlussarbeit. Ist eine gute Vorarbeit in den ersten drei bis vier Phasen geleistet, ist das Verfassen im besten Fall nur etwas mehr als die Verschriftlichung Deiner bereits vorhandenen Erkenntnisse. Natürlich kann es passieren, dass Du während der Schreibphase noch einmal kleine Schritte zurück in die Sortierphase tun musst. Schreiben ist für viele von uns ein heuristischer Prozess und so ist es völlig normal, dass wir unsere Pläne und unsere Argumentation durch die beim Schreiben gewonnenen Erkenntnisse noch einmal überdenken und im Zweifel ändern.

  1. Überarbeitungsphase

In der Überarbeitungsphase ist es an der Zeit, einen Schritt zurück zu gehen und über die Ergebnisse Deiner Schreibphase – die Rohfassung Deiner Abschlussarbeit – zu reflektieren: Habe ich die zentralen Fragen beantwortet? Habe ich vielleicht Themengebiete übersehen oder aber manches zu detailliert erläutert? Ist alles, was ich sage, dann  relevant für das Thema? Ist der rote Faden erkennbar? Gibt es Stellen in meiner Argumentation, die sehr leicht angreifbar sind, sodass ich meine Argumentation hier noch untermauern muss? Sind mein Aufbau und Schreibstil logisch und verständlich für Leser*innen, die das Thema nicht selbst recherchiert haben?

Über diese kritische Selbstreflektion hinaus ist es ratsam, sich in der Überarbeitungsphase noch einmal zu versichern, dass alle Formalkriterien erfüllt sind und vor allem, dass kein (unbeabsichtigtes) Plagiat vorliegt.

  1. Abschlussphase

Nun ist es fast geschafft. Die Abschlussarbeit ist so gut wie fertig. Nun heißt es nur noch Abstract schreiben, Formatieren und Korrekturlesen. Hierbei ist es hilfreich, Dritte – zum Beispiel Kommiliton:innen, Freund:innen oder Verwandte – zu bitten, einen Blick über die Arbeit zu werfen. Das ist nicht nur ein guter Test, ob die Arbeit verständlich geschrieben ist. Auch ist es oft so, dass wir unsere Arbeit in dieser späten Phase des Bearbeitungszeitraums so gut kennen, dass wir Fehler übersehen und nicht mehr neutral über die Verständlichkeit reflektieren können. Deshalb sollte an dieser Stelle auch noch einmal besonders auf Komma- und Rechtschreibfehler, aber auch auf möglicherweise unpräzise oder ungeschickte Formulierungen geachtet werden. Sind diese letzten Schritte zur Zufriedenheit aller durchlaufen, so kann die Arbeit gedruckt und fristgerecht eingereicht werden. Nun heißt es durchatmen, Abstand gewinnen und dann mit frischem Geist an das Erstellen einer Abschlusspräsentation und an die Verteidigung der Bachelor- oder Masterarbeit heranzutreten.

Der detaillierte Überblick über die Phasen der Abschlussarbeit macht das Großprojekt schon weniger furchteinflößend. Schließlich ist es nun möglich, einen realistischen Zeitplan zu erstellen, mithilfe dessen es bestimmt nicht zu unerwarteten All-Nightern in der Woche vor dem Abgabetermin kommt. Zeitmanagement ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer gut plant, ist klar im Vorteil, da der Faktor knappe Zeit dann idealerweise wegfällt und nicht dazu führt, dass der*die Verfasser:in der Arbeit sein*ihr Potenzial nicht ausschöpfen kann und dass die Bachelor- oder Masterarbeit somit an Qualität einbüßt. Für den konkreten Arbeitsplan ist es von Bedeutung, realistisch zu bleiben. Nur sehr wenige arbeiten sieben Tage die Woche acht Stunden täglich an der Abschlussarbeit. Und von diesen wenigen schafft es auch nur ein Bruchteil, diese 54 Stunden konzentriert und produktiv zu bleiben.

In anderen Worten: Gib Dir selbst Zeit zum Denken, zum Abstand gewinnen und zum Entspannen. Eine Arbeit wird nicht zwingend gut, wenn man einfach nur sehr hart arbeitet. Ein smartes und erfolgsversprechendes Arbeitskonzept beinhaltet eine gute Work-Life-Balance und das Liegenlassen der Arbeit. Plane außerdem Zeitpuffer ein, damit Du nicht sofort in Stress gerätst, wenn Du mal einen spontanen Wochenendtrip nach Hause machst oder krank wirst.

Ist der Zeitplan aufgestellt, kann es losgehen. Doch in jeder Phase wirst Du vor Herausforderungen stehen. Wie finde ich mein Thema? Wie zitiere ich richtig? Wie bleibe ich konzentriert und produktiv?

Im Folgenden haben wir Dir unsere Tipps zu den typischen Herausforderungen jeder Bachelor- und Masterarbeit zusammengestellt.

Gliederung anpassen? Mit diesen Fragen im Hinterkopf erleichterst Du Dir die Sortierphase maßgeblich.

Tipps und Hinweise für Deine Abschlussarbeit

Themenfindung


„Mein Studienfach ist so facettenreich. Wie soll ich mich da für ein spezifisches Thema entscheiden?“ Dieses Problem ist wohl den meisten Studierenden bekannt – insbesondere, wenn es sich mit der Bachelorarbeit um die erste größere wissenschaftliche Arbeit handelt. Aber keine Sorge: Die Themeneingrenzung ist gar nicht so schwer, wie es vielleicht auf den ersten Blick scheint. Eigentlich braucht es nur drei Schritte zu Deinem Thema.

  1. Denke einfach mal darüber nach, welche Themenkomplexe Dich faszinieren. Welche Fachbereiche fandest Du in Vorlesungen und Seminaren bisher am interessantesten? Vielleicht hast Du letztens einen Artikel gelesen, der ein besonders spannendes, aktuell relevantes Forschungsfeld vorstellt? Hat Dein Hobby vielleicht Schnittstellen mit Deinem Studienfach, die bisher noch nicht erkundet wurden? Hast Du ein inspirierendes Praktikum absolviert oder hast einen konkreten Berufswunsch, der Deine Themenwahl leiten könnte?
    Eine weitere Möglichkeit zur Themenfindung ist es, in wissenschaftlichen Journals wie zum Beispiel JUMS, zu stöbern, um zu sehen, mit welchen Themenkomplexen sich andere schon beschäftigt haben. Hier eignen sich beispielsweise Literature Reviews, die aufzeigen, wo Forschungslücken existieren oder wo Potenzial für Forschung steckt. Vielleicht fallen dir davon ausgehend weiterführende Fragestellungen ein? Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Ausschreibungen für Abschlussarbeiten zu finden, die entweder von Lehrstühlen im Rahmen größerer Forschungsprojekte oder von Unternehmen online oder am schwarzen Brett Deiner Uni veröffentlicht werden.
  2. Sobald Du eine ungefähre Idee hast, in welche Richtung es gehen soll, ist es an der Zeit, das Thema einzugrenzen. Schließlich sollst Du kein ganzes Buch schreiben. Um ein Thema einzugrenzen, kann es hilfreich sein, folgende Fragen zu stellen: Ist es sinnvoll, hinsichtlich Faktoren wie Geografie oder Personengruppen einzugrenzen? Welche Bereiche eines Themenkomplexes sind noch nicht so gut erschlossen?
  3. Ist die Eingrenzung geschafft, kommen die vielleicht schwierigsten rund zehn Worte Deiner Abschlussarbeit: Die Forschungsfrage. Diese zu formulieren, erfordert große Aufmerksamkeit, denn um eine gute Benotung zu erzielen, ist eine originelle und präzise Beantwortung genau dieser Frage notwendig. Um sicherzustellen, dass Deine Forschungsfrage gut ist, ist es ratsam, eine Probegliederung anzulegen. So kannst Du sehen, wie umfangreich die Beantwortung der Fragestellung werden müsste und ob Du die thematischen Bestandteile Deiner Arbeit magst. Weiterhin solltest Du eine grundständige Literaturrecherche zu Deiner Frage durchführen – nicht nur um zu eruieren, welche Perspektiven auf die Themenstellung eine sehr gute Abschlussarbeit miteinbeziehen müsste, sondern auch, um Anhaltspunkte für potenzielle empirische Komponenten und deren Realisierbarkeit zu bekommen. Darüber hinaus können Gespräche mit Kommiliton:innen und Dozent:innen hilfreich sein. Bevor Du Dein Thema festlegst, solltest Du außerdem unbedingt mit Deinem/Deiner Betreuer:in Rücksprache halten. Finden einer Betreuungsperson. Spätestens wenn Du das Thema Deiner Arbeit festlegen möchtest, aber häufig schon im Zuge der Themenfindung musst Du Dich nach einem/einer Betreuer:in für Deine Arbeit umsehen. Betreuer:innen sind Professor:innen oder Dozent:innen, die Dich in Deinem Arbeitsprozess unterstützen und begleiten. Aber wie findest Du die richtige Betreuungsperson für Dich?

Wenn Du bereits ein Thema oder eine genauere Themenvorstellung hast, ist es sinnvoll, an Deiner Uni oder Hochschule nach einem/einer Dozentin zu suchen, der:die Expertise in Deinem Interessensgebiet mitbringt. In diesem Fall, aber natürlich auch, wenn Du thematisch noch völlig offen auf die Suche nach einem:er Betreuer:in gehst, ist es auch von Bedeutung, dass die Chemie zwischen Dir und der anvisierten Betreuungsperson gut ist. Schließlich ist es wichtig, dass ihr eine kongruente Vorstellung für die Betreuung entwickelt. Wie oft trifft man sich? Welche Zwischenteile/Texte/Ergebnisse möchte Deine Betreuungsperson wann lesen? Dein:e Betreuer:in sollte jemand sein, zu dem:der Du vertrauensvoll mit Fragen kommen kannst. Weitere Qualitäten, die Du bei der Wahl Deines:er Betreuer:in beachten solltest, schließen dessen:deren zeitlichen Kapazitäten und Motivation ein. Manchmal kann es auch mehrere Anläufe brauchen, bis Du den:die zu dir passende:n Betreuer:in gefunden hast – das ist gar nicht ungewöhnlich. Wenn Du Dir unsicher bist, wie man eine:n potenzielle:n Betreuer:in am besten anspricht, findest Du in diesem Artikel gute Tipps.

Recherche

Die Recherche beginnst Du am besten mit einem Brainstorming. Bevor Du Dich in den Dschungel der Literatur begibst, ist es sehr wertvoll, erst einmal die eigenen, unvoreingenommenen Gedanken niederzuschreiben. Außerdem kann Dir das Brainstorming dabei helfen, alle möglichen Perspektiven auf Dein Thema zu erkennen, die Du in Deiner dann folgenden Literaturrecherche betrachten möchtest. In diesem Artikel findest Du Tipps zum Brainstorming. Für Deine Literaturrecherche sowie für die Dokumentation jeglicher Datenerhebungen raten wir Dir, von Beginn an sehr genau und präzise zu arbeiten. Schreibe Dir immer die Quellen Deiner Notizen auf und versuche, auch in Deinen Exzerpten kein Plagiat zu begehen. Markiere direkte Zitate sofort, denn einige hundert Seiten später weißt Du nicht mehr, was direkte und was indirekte Zitate waren. Ein guter Tipp ist es, sich für jedes Paper eine kurze Zusammenfassung in Stichworten auf einem DIN A4-Zettel anzulegen. Wir empfehlen Dir außerdem, Dich beim Exzerpieren so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig zu halten. Einen zwanzigseitigen Text auf zehn Seiten zusammenzufassen, macht es Dir später in der Sortier- und Schreibphase deutlich schwerer, als wenn Du auf das Relevanteste begrenzte Exzerpte verfasst hast. Überarbeite Dein Exzerpt also am Ende nochmals, um jegliche irrelevante Information von vornherein herauszunehmen. Behalte während Deiner Recherche immer Deine Gliederung im Hinterkopf: Passt die Literatur, die ich gerade lese, zur Gliederung? Und wenn nicht: Ist die Literatur irrelevant oder sollte ich die Gliederung anpassen? Mit diesen Fragen im Hinterkopf erleichterst Du Dir die Sortierphase maßgeblich.

Methodik

Wenn Du in Deiner Abschlussarbeit eine empirische Komponente hast, hast Du bestimmt viele Fragen zur Methodik. In diesem Beitrag findest Du Informationen dazu, was Dir Experimente bringen und was Du bei deren Planung und Durchführung beachten solltest.

Zitation

Die Quellenarbeit ist für viele ein leidiges Thema. Sie ist zeitaufwändig, es gibt viele verschiedene Techniken, man will ein Plagiat vermeiden, aber irgendwie kann man ja alles nur falsch machen. Nicht ganz!

Wer sich einmal intensiv mit Zitation vertraut macht und seine Quellen von Anfang an säuberlich mitschreibt, macht seine*ihre Ergebnisse nachvollziehbar und schützt sich selbst vor den ungewollten Plagiatsvorwürfen. Bei der Zitation helfen Dir Programme wir Citavi oder EndNote, und bevor Du abgibst, kannst Du Deine Bachelor- oder Masterarbeit online auf Plagiat prüfen lassen. Das allein reicht aber nicht aus. Du musst auch beim Schreiben der Arbeit wissen, wie man richtig zitiert und vor allem, wann man zitiert. Grundsätzlich gilt, dass Allgemeinwissen nicht zitiert werden muss. Es ist allerdings ratsam, dass Du diese Maxime mit Vorsicht genießt. Wir empfehlen, einen sehr eng definierten Allgemeinwissensbegriff anzusetzen. Im Zweifel möchtest Du einen Plagiatsvorwurf nicht damit zurückweisen, dass Du dachtest, das sei Allgemeinwissen. In der Zitation wird zwischen direkten (wörtlichen) und indirekten (sinnmäßigen) Zitaten unterschieden. Wie genau Du diese Zitate markierst, hängt unter anderem von dem Zitationsstil ab, den Du verwendest. Unter anderem hier findest Du einen Überblick über die gängigsten Zitierweisen sowie weitere Tipps zum Zitieren.

Aufbau

In der Sortierphase stehst Du vor der Aufgabe, eine ausführliche Feingliederung Deiner Arbeit vorzunehmen. Doch wie genau sollte eine Abschlussarbeit aufgebaut sein? Grundsätzlich gilt: Der Aufbau der Arbeit soll logisch und gut nachvollziehbar sein. So ist es üblich, mit den theoretischen Grundlagen anzufangen und dann die spezifischen Untersuchungen anzustellen, bevor am Ende der Arbeit noch einmal ein Gesamtüberblick gegeben wird. Ein gängiges Muster des strukturellen Aufbaus, das natürlich immer individuell angepasst werden muss, ist das folgende:

Deckblatt, Abstract und Inhaltsverzeichnis (2-3%)

Tabellen-, Grafik- und Abkürzungsverzeichnis (1-2%)

Einleitung (10%)

Zusammen mit dem Schluss soll die Einleitung einen thematischen Rahmen bilden. So ist es notwendig, das Thema in der Einleitung in seinen Grundzügen zu beleuchten, es zu problematisieren und das Interesse des:der Leser:in zu wecken. Weiterhin sind die Struktur und die Methodik der Arbeit in der Einleitung vorzustellen.

Hauptteil/Analyse (80%)

Der Hauptteil ist das Herzstück Deiner Arbeit und liegt im Fokus der Bewertung. Hier findet Deine logische und nachvollziehbare Argumentation statt, in der Du deine Hypothese(n) ausführlich darstellst und mit Deiner Literaturrecherche und gegebenenfalls mit Datenerhebungen untermauerst.

Schlussresümee/Ausblick (5%)

Das Abstract

Das Abstract stellt eine große Herausforderung zum Schluss deiner Abschlussarbeit dar. Schließlich sollen in nur wenigen Sätzen die Fragestellung, Deine Methodik und Deine Ergebnisse so dargestellt werden, dass der*die Leser*in weiß, worum es in Deiner Arbeit geht und Lust bekommt, sie zu lesen. Hier eine Anleitung dazu, wie Du ein überzeugendes und vollkommenes Abstract schreibst.

  1. Beantworte folgende Fragen:
  • Warum ist Dein Thema relevant? Wie lässt sich Deine Arbeit in die aktuelle Forschung oder in das prävalente Weltgeschehen einordnen?
  • Was ist Deine Hypothese?
  • Welche Methodik verfolgst Du?
  • Zu welchen Ergebnissen kommst Du und wie ordnest Du diese ein?
  1. Stelle sicher, dass Du diese üblichen Formalia einhältst (können im Individualfall abweichen):
  • Umfang von 150-200 Wörtern
  • Im Präsens geschrieben
  • Sprache des Abstracts entspricht der Sprache, in der Deine Abschlussarbeit verfasst ist
  • Am Ende des Abstracts stehen vier bis fünf Keywords, die eine schnelle thematische Einordnung zulassen
  • Das Abstract ist zwischen Deckblatt und Inhaltsverzeichnis positioniert

Mehr zu Abstracts findets Du in diesem Artikel.

Verteidigung der Arbeit/ Präsentation

In der Verteidigung Deiner Arbeit präsentierst und diskutierst Du die Ergebnisse Deiner Abschlussarbeit. Es geht darum, dass die Professor*innen feststellen können, ob Du Dein Thema gut verstanden hast und Deine Erkenntnisse in den wissenschaftlichen Diskurs einzubringen vermagst. Es geht weniger darum, Deine Forschung „auseinander“ zu nehmen, sondern kritisch zu prüfen, ob Du

dich mit Deiner Arbeit ordentlich auseinandergesetzt hast, die Ergebnisse reflektieren kannst und weißt, wie man damit weiterarbeiten könnte. In der Regel ist die Verteidigung in zwei Teile gegliedert: Deine Präsentation und die anschließende Diskussion. Die Länge der gesamten Verteidigung und der jeweiligen Teile variiert je nach Fakultät und Hochschule. Deine Verteidigung sollte im Normalfall die Länge einer Stunde im Gesamten nicht überschreiten. Einzelheiten geben jedoch die Lehrstühle oder Betreuer:innen vor.

Präsentation:

Deine Präsentation beginnst Du am besten mit Deiner Agenda: Worüber möchtest Du in Deiner Präsentation sprechen? Nachdem Du die Agenda erläutert hast, leitest Du Deine Präsentation ein, indem Du Dein Thema, dessen Relevanz und dessen kontextuale Einordbarkeit genauer darlegst. Bevor Du anschließend ausführlich auf Deine Methodik und Deine Ergebnisse eingehst, solltest Du noch grundlegende Begriffe und Theorien klären, um die Verständlichkeit Deiner Präsentation für Dein Publikum zu gewährleisten. Die Präsentation schließt Du ab, indem Du ein Fazit ziehst und eventuell auf weiterführende Forschungsfragen hinweist. Heute ist es üblich, die Präsentation anhand einer Power-Point-Präsentation zu halten. Gerade wenn Du Grafiken zeigen und ein professionelles Layout haben möchtest, bietet sich PowerPoint auch an. Es ist aber kein Muss. Wenn Du keine Vorgaben zum Präsentationsstil hast, achte darauf, dass Du die für Dich beste Präsentationsform wählst. Du bevorzugst ein Flipboard oder die klassische Tafel? Auch okay. Wichtig ist, dass Du Deine Ergebnisse anschaulich, verständlich und überzeugend präsentierst. Deine Körpersprache, Mimik und Gestik sollten selbstbewusst, offen und engagiert sein.

Diskussion:

In der Diskussion ist es wichtig, dass Du Dir die gestellten Fragen genau anhörst und sie präzise und mit Deinem Fachwissen beantwortest. Verweise ruhig auch auf bestimmte Teile Deiner Arbeit und erläutere, inwiefern sie für die gestellte Frage relevant sind. Das zeigt, dass Du Deine Arbeit gut kennst und Deine Erkenntnisse anwenden kannst. Die beste Vorbereitung auf Deine Verteidigung ist also, Deine Abschlussarbeit gut zu kennen. Außerdem kannst Du Dich gut auf die Standardfragen der Diskussion wie etwa „Was hat Sie zur Verfassung der Bachelorarbeit/ Masterarbeit motiviert?“ oder „Weshalb haben sie sich für Methodik X entschieden?“ oder „Welchen wissenschaftlichen Mehrwert bietet Ihre Arbeit der Fachgemeinschaft? Warum ist Ihre Arbeit relevant?“, sowie “Was waren die Schwächen Ihrer Methode? Welche Alternativen gäbe es?”.

Schreib- und Arbeitstechniken

Das Projekt Abschlussarbeit erstreckt sich über einen relativ langen Zeitraum. Daher ist es von großer Bedeutung, einen guten Arbeitsrhythmus und für einen selbst passende Schreibtechniken zu finden. Hierbei gibt es kein Universalrezept. Im Gegenteil: Jeder Mensch arbeitet anders am besten. Deswegen ist es wichtig, dass Du Dich, Dein Schreiben und Dein Arbeitsverhalten gut kennen lernst. Wann bist Du am produktivsten, wie lange kannst Du Dich gut konzentrieren? Gute Antworten auf diese Fragen tragen maßgeblich zu Deiner Motivation bei. Hier findest Du Anregungen.

Motivationstipps

Neben dem effektiven Arbeiten gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, Dich selbst anzuspornen, wenn der Gang zum Schreibtisch oder in die Bibliothek mal schwerer fällt.

  1. Behalte Dein Ziel vor Augen: Welchen Arbeitgeber möchtest Du mit Deiner Abschlussarbeit beeindrucken? Welchen Master möchtest Du studieren und brauchst deswegen eine beeindruckende Bachelorarbeit?
  1. Etabliere Arbeitsroutinen. Nichts ist schlimmer als die Aufgaben den ganzen Tag aufzuschieben und in Zeitnot zu kommen. Außerdem ist auch jede Arbeitsroutine einmal zu Ende. Dann kannst Du entspannen, anstatt den ganzen Tag unentspannt nichts zu tun!
  1. Ein ruhiges Arbeitsumfeld ist der Schlüssel zur Effektivität, die Du brauchst, um motiviert zu bleiben. Lege Dein Handy und Social Media zur Seite und sorge dafür, dass Du ungestört bist.
  1. Glaube an Dich! Ein positives Mindset macht die Arbeit viel angenehmer!
  1. Belohne Dich für abgehakte Aufgaben! Du hast ein neues Exzerpt angefertigt? Super! Gönn Dir einen kurzen Spaziergang!
  1. Tausche Dich mit Kommiliton*innen aus. Du wirst sehen, dass Du nicht der*die einzige bist, der gewisse Motivationslöcher oder Probleme hat. Gleichzeitig profitierst Du davon, wenn ein Arbeitshoch Deiner Kommiliton*innen Deinen eigenen Arbeitsethos anspornt! Gute Vorbereitung und eine genaue Selbstreflektion helfen Dir, Deine Bachelor- oder Masterarbeit erfolgreich zu verfassen und dabei sogar Spaß zu haben!Wir von JUMS wünschen Dir viel Erfolg und würden uns freuen, wenn Du Deine Abschlussarbeit bei uns einreichst!