Junior Management Science, Volume 11, Issue 2, July 2026

How Governance, Family and Entrepreneurship Influence Investment Strategies in Single Family Offices

Franz Julius Dethleffsen, WHU – Otto Beisheim School of Management (Masterarbeit)
Junior Management Science 11(2), 2026, 246-266

Single Family Offices are a growing structure designed to help families manage their wealth. This study aims to shed light on the factors influencing the investment strategies of single family offices. The factors analyzed are the impact of governance, family involvement and entrepreneurship. As families are all very individual, so are their single family offices. The influence of the selected factors varies greatly from case to case. Despite their great heterogeneity, a number of similarities can be identified. Due to the small size of the family, the majority of the families surveyed have no written family governance. Final decision-making power is always in the hands of the family, even when non-family members are CEOs of the SFO. Generational differences in interests and risk preferences have a significant impact on investment strategies. Although research emphasizes the importance of fostering entrepreneurship within the family, most families do not actively promote the entrepreneurial spirit within their families. The study concludes with a discussion in which the newly generated data support existing theories in some cases and contradict them in others.

Keywords: single family office; investment strategy; family governance; family influence; entrepreneurship.

Nachfolge in Familienunternehmen – Eine qualitative und ressourcenbasierte Betrachtung

Lilly Haase, Chemnitz University of Technology (Bachelorarbeit)
Junior Management Science 11(2), 2026, 267-294

Das Bewältigen der Nachfolge stellt für Familienunternehmen eine wesentliche Herausforderung dar. Dabei gilt der Resource-Based View (RBV) als eine zentrale Theorie. Familiness bezeichnet die besondere Ausstattung an Ressourcen und Fähigkeiten aufgrund der Familie. Jedoch wird diese bislang selten explizit auf den Nachfolgekontext bezogen. Die vorliegende Arbeit entwirft ein Modell, anhand dessen Familiness in Form der vier Dimensionen Humankapital, Sozialkapital, Prozessual-organisationales Kapital sowie Finanzielles und physisches Kapital im Bezug auf die familieninterne Nachfolge in inhabergeführten Familienbetrieben untersucht wird. Die Ergebnisse zeigen, dass Familiness einen vielschichtigen Einfluss auf das Gelingen der Nachfolge nimmt, wobei die familiäre Beziehung eine wesentliche Komponente darstellt. Dabei wird deutlich, dass Familiness vor allem im Zusammenspiel aller Dimensionen den Nachfolgeprozess positiv prägt. Jedoch sollte für das Gelingen der Nachfolge neben Familiness auch die Wirkung von Kontextfaktoren berücksichtigt werden.

Keywords: familiness; resource-based view; familienunternehmen; nachfolge; familiness-dimensionen.

Einflussfaktoren auf die Nachfolgeintentionen der Generation Z in Familienunternehmen: Eine Analyse personenbezogener, familieninterner und familienexterner Faktoren

Christian Matthias Hofmann, Vienna University of Economics and Business (Masterarbeit)
Junior Management Science 11(2), 2026, 295-332

Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, die Nachfolgeproblematik in Familienunternehmen mit Fokus auf die Generation Z zu ergründen. Familienunternehmen haben einen Anteil von über 85% an allen Unternehmen in der DACH-Region und sind damit ein zentraler Bestandteil der Wirtschaft. Gleichzeitig ist ein signifikanter Rückgang der Übernahmeintention der potenziellen NachfolgerInnen in der Generation Z festzustellen, welcher die Langfristigkeit dieser besonderen Unternehmensform gefährdet. Ziel dieser Arbeit ist es, durch eine theoretische Begründung und einer eigens durchgeführten qualitativen Studie, familieninterne, familienexterne und personenbezogene Faktoren, welche die Familienunternehmensübernahme in der Generation Z beeinflussen, zu analysieren. Dazu wurde zuerst eine systematische Literaturanalyse durchgeführt, um den aktuellen Stand der Forschung wiederzugeben. Anschließend wurden elf leitfadengestützte Interviews, mit potenziellen NachfolgerInnen in verschiedensten Familienunternehmen durchgeführt und nach der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Um ein besseres Verständnis der Ergebnisse zu erhalten und die Interpretation zu erleichtern, wurde das Drei-Kreise Modell nach Tagiuri und Davis (1996), sowie das integrative Modell der Unternehmensnachfolge nach Le Breton–Miller/Miller/Steier (2004), herangezogen. Die Ergebnisse der empirischen Studie zeigen, dass die Übernahmeintention durch ein Zusammenspiel der drei Hauptfaktoren geprägt ist. Auf persönlicher Ebene wirken hauptsächlich der Wille nach Selbstverwirklichung, die entsprechende Ausbildung und intrinsische Motivationen förderlich, während eine fehlende Identifikation mit dem Unternehmen und mangelndes Vertrauen in die eigenen Führungsfähigkeiten als hemmend wirken. Familienintern spielen vor allem die anderen Familienmitglieder eine große Rolle. Unterstützendes Verhalten und vor allem der elterliche Zuspruch wirken positiv auf die Übernahmeintention, wobei kontrollierendes Verhalten der ÜbergeberInnen oder eine unklare Rollenverteilung hemmend wirken. Familienextern ist besonders die Branche und der Arbeitsmarkt, in der das Familienunternehmen agiert, von großem Einfluss. Ist die Zukunftsprognose gut, steigt hier die Übernahmeintention. Zusätzlich spielt die wirtschaftliche Stabilität des Familienunternehmens und die gesellschaftlichen Erwartungen eine Rolle in der Entwicklung einer Übernahmeintention. Mit dem Fokus auf der Perspektive der nachfolgenden Generation Z, schließt die Arbeit eine bisher wenig betrachtete Forschungslücke. Sie leistet somit sowohl einen wissenschaftlichen Beitrag zur Nachfolgeforschung, sowie praxisrelevante Erkenntnisse für Unternehmerfamilien und BeraterInnen, welche die Nachfolgeplanung in selbigen vorantreiben wollen.

Keywords: familienunternehmen; nachfolge; generation z; persönliche einflussfaktoren; familieninterne einflussfaktoren; familienexterne einflussfaktoren.

Alternative Nachfolgemodelle in landwirtschaftlichen Familienbetrieben: Potenziale und Grenzen der Betriebsgemeinschaft

Moritz Ferdinand Koch, Vienna University of Economics and Business (Masterarbeit)
Junior Management Science 11(2), 2026, 333-362

Das strukturelle Nachfolgeproblem in landwirtschaftlichen Familienbetrieben verdeutlicht die fehlende Bereitschaft der nachfolgenden Generation, den elterlichen Hof eigenständig weiterzuführen. Gleichzeitig besteht jedoch häufig eine tiefe familiäre Verbundenheit zum Hof, aus der der Wunsch resultiert, den Familienbetrieb zu erhalten. Auf dieses Nachfolgedilemma bieten klassische Nachfolgemodelle keine adäquaten Lösungen, sodass alternative Formen erforderlich sind, die eine Trennung von Eigentum und Betriebsleitung im Zuge der Hofnachfolge ermöglichen. Vor diesem Hintergrund untersucht die Arbeit, in welcher Weise und unter welchen Bedingungen die Betriebsgemeinschaft zum Erhalt landwirtschaftlicher Familienbetriebe beitragen kann. Dafür wurde ein qualitatives Forschungsdesign mit halbstrukturierten Einzelinterviews gewählt, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass Betriebsgemeinschaften ein tragfähiges Modell zum Erhalt landwirtschaftlicher Familienbetriebe darstellen können, indem sie betriebliche Kontinuität und den Verbleib des Eigentums in Familienhand sichern, während Betriebsleitung und Bewirtschaftung extern organisiert werden. Als zentrale Voraussetzungen wurden dabei die aktive Einbindung, kontinuierliches Engagement, sichtbare Präsenz sowie die verantwortungsvolle Übernahme der Rolle als Mitunternehmer*in durch die Familie identifiziert. Gleichzeitig zeigt sich, dass der betriebliche Zusammenschluss hohe organisatorische sowie persönliche Anforderungen an die Beteiligten stellt und anfällig für Spannungen und Konflikte ist, die die langfristige Stabilität gefährden können.

Keywords: landwirtschaftliche familienbetriebe; hofnachfolge; alternative nachfolgemodelle; betriebsgemeinschaften.

Between Duty and Drive: Exploring the Role of Tradition in Successor Motivation Within Family Businesses

Yannick Mark Lehmann, EBS Business School (Masterarbeit)
Junior Management Science 11(2), 2026, 363-380

This paper investigates the role of tradition in shaping successor motivation within family businesses, with a particular focus on the tension between perceived duty and intrinsic personal drive. Succession in family businesses is a critical process that significantly influences the long-term continuity and success of these firms. While previous research has extensively examined structural and strategic aspects of succession, the motivational perspective of successors remains comparatively underexplored. Using a qualitative research approach, semi-structured interviews were conducted with current- and next-generation members from family-owned businesses to gain in-depth insights into their experiences and perceptions. Through my findings, I identified that tradition can act both as a motivating force and as a source of pressure. While some participants perceived tradition as a meaningful foundation that fostered commitment and purpose, others experienced it as an obligation that constrained their autonomy. Through this research, I contribute to a deeper understanding of the emotional and motivational dynamics within succession processes and derive practical implications for family businesses navigating generational transitions.

Keywords: family business; succession; successor motivation; tradition; transgenerational entrepreneurship.

The Role of Sustainability in Family Firm Branding: An Identity-Based Analysis

Zaw Lynn, Technical University of Munich (Masterarbeit)
Junior Management Science 11(2), 2026, 381-406

This paper investigates the role of tradition in shaping successor motivation within family businesses, with a particular focus on the tension between perceived duty and intrinsic personal drive. Succession in family businesses is a critical process that significantly influences the long-term continuity and success of these firms. While previous research has extensively examined structural and strategic aspects of succession, the motivational perspective of successors remains comparatively underexplored. Using a qualitative research approach, semi-structured interviews were conducted with current- and next-generation members from family-owned businesses to gain in-depth insights into their experiences and perceptions. Through my findings, I identified that tradition can act both as a motivating force and as a source of pressure. While some participants perceived tradition as a meaningful foundation that fostered commitment and purpose, others experienced it as an obligation that constrained their autonomy. Through this research, I contribute to a deeper understanding of the emotional and motivational dynamics within succession processes and derive practical implications for family businesses navigating generational transitions.

Keywords: family business; succession; successor motivation; tradition; transgenerational entrepreneurship.

Wie verändern sich deutsche Familienunternehmen an der Börse? Eine qualitative Forschung

Lisa-Maria Riegel, Witten/Herdecke University (Masterarbeit)
Junior Management Science 11(2), 2026, 407-445

Deutsche Familienunternehmen sind zunehmend an der Börse vertreten. Dabei treffen familienunternehmerische Logiken wie Langfristorientierung, familiärer Einfluss und enge Bindung an das Unternehmen auf die Anforderungen des Kapitalmarkts, etwa Transparenz, Professionalisierung und die Berücksichtigung externer Stakeholder. Ziel dieser Arbeit ist es, zu untersuchen, wie sich deutsche Familienunternehmen durch eine Börsennotierung verändern und welche ihrer zentralen Merkmale trotz des Kapitalmarkteinflusses erhalten bleiben. Methodisch basiert die Arbeit auf acht semistrukturierten Interviews mit Führungskräften börsennotierter Familienunternehmen, die qualitativ ausgewertet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass eine Börsennotierung insbesondere Strukturen und Prozesse verändert: Unternehmen bauen kapitalmarktfähige Kommunikations- und Organisationsstrukturen auf, erhöhen ihre Transparenz, professionalisieren interne Abläufe und richten sich stärker an externen Erwartungen aus. Gleichzeitig bleiben zentrale Eigenschaften von Familienunternehmen bestehen, insbesondere eine langfristige strategische Orientierung, der prägende Einfluss der Inhaberfamilie und eine starke unternehmerische Identität. Auch innerhalb der Inhaberfamilie entstehen Veränderungen, etwa durch geregeltere Informationswege, klarere Entscheidungsstrukturen und einen bewussteren Umgang mit operativer Verantwortung. Die Arbeit trägt damit zum besseren Verständnis börsennotierter Familienunternehmen bei und gibt praktische Handlungsempfehlungen für Familienunternehmen, die einen Börsengang erwägen.

Keywords: familienunternehmen; börsennotierung; kapitalmarkt; unternehmensveränderung; inhaberfamilie.

Innovation durch Tradition: Inwiefern kann die Nutzung von Tradition als Ressource die Innovation deutscher Weingüter fördern?

Lena Charlotte Jakobi, Witten/Herdecke University (Bachelorarbeit)
Junior Management Science 11(2), 2026, 446-469

Wie kann ein Unternehmen gleichzeitig traditionsbewusst und innovationsfähig sein und dies zu seinem Vorteil nutzen? Diese Frage stellt sich in der deutschen Weinbranche, die sich durch jahrhundertealte Anbautraditionen sowie eine starke kulturelle Verankerung auszeichnet und sich zugleich mit neuen Herausforderungen wie Klimawandel, globaler Konkurrenz und sich wandelnden Konsumentenerwartungen konfrontiert sieht. Die vorliegende Arbeit untersucht anhand qualitativer Experteninterviews mit neun deutschen Weingütern, inwiefern Tradition als strategische Ressource Innovation fördern kann. Mithilfe des VRIO-Rahmenwerks und einer Weiterentwicklung des Innovation-through-Tradition-Modells zeigt sich, dass Tradition wertvolle, seltene und schwer imitierbare Eigenschaften aufweist, Authentizität sowie Differenzierung schafft und damit als Katalysator nachhaltiger Innovation wirkt.

Keywords: deutschland; innovation; resource-based view (RBV); tradition; weinwirtschaft.